Organische Düngestoffe

 
     
 

Der Einsatz von organischen Düngestoffen ist auf alle landwirtschaftlichen und gartenbaulich genutzten Flächen nach der gültigen Düngemittelverordnung vorzunehmen (siehe Umsetzung der novellierten Düngeverordnung, Herausgeber Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung vom Mai 2007)
In der Düngemittelverordnung werden als Wirtschaftsdünger Festmist, Geflügelkot, Jauche und Gülle unterschieden.
Für die Düngeplanung ist die Kenntnis der Nährstoffgehalte wirtschaftseigener Düngestoffe sinnvoll. Der LKV untersucht seit einigen Jahren organische Düngestoffe auf ihre Nährstoffzusammensetzung.

 
     
 
 

Schweinegülle

Rindergülle

Rinderdung

  Mittel-
wert
Variations- bereich Richt- werte* Mittel-
wert
Variations- bereich Richt- werte* Mittel-
wert
Variations- bereich Richt- werte*
TS% 2,3 0,5-9,2 6-10 7,9 1,2-12,0 6-10 24,9 14,1-53,5 20-30
N 3,2 0,5-6,7 5,0-8,4 3,2 0,7-5,6 2,8-5,5 4,9 2,4-10,0 4-6
NH4-N 2,2 0,4-3,6 2,5-4,2 1,6 0,3-3,2 1,4-2,7 - - -
P 0,6 0,1-3,0 1,1-1,8 0,7 0,1-1,4 0,5-1,0 1,3 0,3-2,4 1,0-1,4
K 1,9 0,8-3,1 1,8-3,0 2,4 0,9-4,0 3,0-5,3 6,5 2,0-13,2 6,3-6,9
Mg 0,3 0,1-1,5 0,5-0,8 0,5 0,1-0,9 0,4-0,6 1,1 0,4-2,6 0,6-1,0
  * LVLF 2004
 
     
 

Fermenterbiologie

 
     
     
 

Eine regelmäßige Prozesskontrolle ist für eine kontinuierliche Gaserzeugung unerlässlich.
Sowohl Gülle als auch Futtermittel (Silagen) können anaerob in einer Biogasanlage vergoren und das entstehende Methangas anschließend energetisch genutzt werden. Für einen störungsfreien Betrieb der Anlage ist die exakte Kenntnis des Eingangsmaterials (Inputs) notwendig. Der LKV bietet daher eine Untersuchung vom Inputsubstraten an. Die mögliche Gasausbeute wird mit Hilfe einer Rohnährstoffanalyse für eingesetzte Materialien unter Nutzung von Verdauungskoeffiezienten für Futterstoffe (DLG-Tabelle) (als Alternative wären zur Zeit nur zeitaufwendige Gärversuche möglich) geschätzt. Mit analysen von Fermenterinhalten wird den Betreibern durch den LKV Unterstützung bei der Prozessüberwachung gegeben. Regelmäßige Verlaufsuntersuchung des pH-Wertes, der Mengenanteile an flüchtigen Fettsäuren (Propion-, Essigsäure und Buttersäuren) oder des Essigsäureäquivalentes (Umrechnung der flüchtigen Fettsäuren auf das Molekulargewicht von Essigsäure), sind in der Anlaufphase hilfreich, um die Verhältnisse von säurebildenden und methanbildenden Mikroorganismen in den Fermentern zu optimieren. Im laufenden Betrieb lassen sich diese Verhältnisse dann über den FOS/TAC-Wert, dem Gehalt an organischer Trockenmasse (oTS) der Raumbelastungen (Substratzugabe/m3 Fermentationsraum), der Temperatur und des pH-Wertes überwachen. Erst bei Abweichungen von gewohnten Werten sind wieder gründlichere Untersuchungen zu den Säureverhältnissen sinnvoll.

 
     
  Untersuchungsauftrag für organische Düngestoffe und Fermenterinhalt