|
Monatlich erhält jeder
MLP-Betrieb nach der Durchführung der Milchleistungsprüfung (MLP) die
Auswertungslisten „Ergebnisse der Milchleistungsprüfung“ vom Rechenzentrum
VIT Verden zugeschickt.
Zum besseren inhaltlichen Verständnis stellen wir in loser Folge einzelne
Auswertungslisten vor und gehen auf bestimmte Passagen der Auswertungen
näher ein.
Sollten weitergehende Fragen beim Auswerten der Listen auftreten, stehen die
Milchleistungsinspektoren des LKV gern zur Verfügung.
Der vierte Beitrag der
Folge beschäftigt sich mit den drei Listen M1009.02 „Zellzahl
Einzeltiere“, M1010.01 „Zellzahlübersicht“ und M1010.03
„Zellzahl Extremtiere“.
Die in dieser Ausgabe vorgestellten Listen unterscheiden sich
von den bisher beschriebenen bereits durch eine andere Farbgebung. Waren die
Listen M1003.01 bis M1006.01 in grün gehalten, so ist die Grundfarbe der
Listen M1009.02 und M1010.03 zum besseren Auffinden orangefarben.
Liste M1009.02 – „Zellzahl
Einzeltiere“
„Name / Stall-Nr.“
In dieser Spalte werden die Stallnummer und/oder der Name, soweit vorhanden,
eingedruckt. Die Sortierung der Tiere, ob nach Stallnummer/Name oder
Ohrmarkennummer, erfolgt in der für den Betrieb für die anderen Listen
hinterlegten Reihenfolge.
„Tieridentifikation“
Diese Spalte beinhaltet die offizielle Ohrmarkennummer der Tiere nach
Viehverkehrsverordnung.
„Kalbung“
Hier wird die aktuelle Laktationsnummer („Nr.“) und das Datum der aktuellen
Kalbung („Datum“) dargestellt.
Ergebnisse Zellgehalt
In den Spalten rechts neben dem Datum der aktuellen Kalbung sind für jedes
Einzeltier die Zellgehalte (in 1.000) der aktuellen und der vorherigen
Milchleistungsprüfungen aufgeführt. Waren Tiere nicht in Milch (z.B.
trocken), bleibt für dieses Prüfdatum das Feld frei. Ist hinter dem
Zellgehaltsergebnis ein „k“ gedruckt, so hat das Tier in diesem Monat
gekalbt. Steht ein „W“ hinter dem Wert, ist das Tier innerhalb des Betriebes
von einer in eine andere Abrechnungseinheit umgestellt worden. Ein „F“
anstatt eines Ergebnisses bedeutet, dass für dieses Tier für diesen Monat
kein Ergebnis vorliegt.
Überschreitet ein Tier im aktuellen Prüfmonat den Zellgehalt von über
400.000/cm3, so wird die gesamte Zeile fett gedruckt.
Bei den ausgewiesenen Werten handelt es sich um den Zellgehalt im
Gesamtgemelk. Ursache für einen erhöhten Zellgehalt sind im Allgemeinen
subklinische Euterentzündungen. Die Entstehung erhöhter Zellgehalte wird von
zahlreichen und sehr verschieden Faktoren, wie Abwehrbereitschaft des
Tieres, Umwelteinflüsse oder Erregerdruck in der Herde beeinflusst. Die
Zellgehalte der Tagesgemelke schwanken beim Einzeltier. Das muss bei der
Bewertung der Zellgehalte der Einzeltiere beachtet werden. Zellgehalte
>200.000/cm3 Milch sollten kritisch analysiert und
Kontrollmaßnahmen am Einzeltier eingeleitet werden. Folgende Vorgehensweise
wird empfohlen (nach „Milchqualität und Eutergesundheit professionell
managen“, AVA-Agrar Verlag Allgäu GmbH, 2005):
|
• |
Euter und
insbesondere Zitzen auf Veränderungen überprüfen. |
|
• |
Milch aller Viertel mit dem
Milchzelltest überprüfen. |
|
• |
Veränderungen und/oder positivem
Milchtest Viertelgemelksproben entnehmen und zur mikrobiologischen
Untersuchung einsenden (z.B. Mastitislabor des LKV Brandenburg, Anm.
d. R.). |
|
• |
Untersuchungsergebnisse und die zu
ergreifenden Maßnahmen mit dem Hoftierarzt besprechen. |
|
• |
Keine Blindbehandlungen oder
Ausmerzungen nur aufgrund des Zellzahlbefundes vornehmen. |

Liste M1010.01 –
„Zellzahlübersicht“
Die Liste Zellzahlübersicht gliedert sich in drei Bereiche:
„Verteilung auf Zellzahlklassen“
Die ermittelte Zellgehalte für das aktuelle Prüfdatum sowie der fünf
vorherigen Milchleistungsprüfungen und getrennt für die Tiergruppen 1.
Laktation, 2. Laktation und ab 3. Laktation bilden die Grundlage für diese
Auswertung. Sie werden in sechs Klassen aufgeteilt. Für jede Klasse werden
die Anzahl und der Anteil der Tiere je Laktation ausgewiesen. In den beiden
unteren Zeilen der Tabelle sind die Anzahl der gemolkenen Tiere zum
Zeitpunkt der MLP und deren durchschnittlicher Zellgehalt (gewichtet anhand
der Milchmenge) enthalten.
„Entwicklung
der Herdenzellzahl“
In der Darstellung wird der Verlauf des Zellgehaltes der letzten 13 Monate
in einem Säulendiagramm grafisch aufgezeigt. Zum Vergleich ist neben dem
Wert der letzten 13 Prüfdaten der des entsprechenden Vorjahres aufgeführt.
Dadurch lässt sich eine Entwicklungstendenz für die Eutergesundheit der
Herde ableiten.
„Hinweise/Ansprechpartner“
In diesem Textfeld kann durch den LKV individuell Hinweise und Informationen
in Bezug auf die Entwicklung des Zellgehaltes eines Betriebes gegeben
werden. Grundsätzlich kann sich jeder Brandenburger MLP-Betrieb bei
Problemen mit der Eutergesundheit in seiner Herde an die
Milcherzeugerberater und/oder das Mastitislabor des LKV Brandenburg wenden
(Tel.: 033433/656-0).

Liste M1010.03 – „Zellzahl
Extremtiere“
Der erste Teil der Liste ist ein Auszug der Tiere ab 2. Laktation, die zum
aktuellen Prüfdatum einen Zellgehalt von >400.000/cm3 aufweisen.
Der „Zellzahlindex“ gibt Auskunft darüber, welchen prozentualen Anteil
das betreffende Tier am Zellgehalt der gesamten Herde hat (gewichtet anhand
der Milchmenge).
Der zweite Teil der Liste beinhaltet die Jungkühe, die zu einer der ersten
drei Milchleistungsprüfungen nach der Kalbung einen Zellgehalt von >100.000/
cm3 aufweisen.

|