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Silagen mit sehr guter Gärqualität produzieren
und verfüttern
Silagen aus Mais und Grünfuttermitteln,
insbesondere vom Grünland, sind die Haupt-,
Grundfutterkomponenten in den Rationen für Rinder.
Milchkühe sollen täglich mindestens 12kg TS aus Silagen
aufnehmen und gut verwerten.
Das realisieren sie nur, wenn die Silagen auch schmackhaft sind,
also eine sehr gute Gärqualität aufweisen.
Das Ziel der Silierung besteht darin, eine schnell
einsetzende und intensiv anhaltende
Milchsäuregärung
bis zur
Lagerstabilität zu gewährleisten. Milchsäure ist schmackhaft,
fördert die Futteraufnahme und wird im Stoffwechsel gut
verwertet.
Pflanzenbauliche, verfahrens- und siliertechnische Maßnahmen
dienen diesem Hauptziel. Dazu gehören z.B. richtiger
Erntezeitpunkt, hoher Zuckergehalt, Ermittlung der Vergärbarkeit,
Anwelken, Einsatz von Siliermitteln, starkes verdichten,
Lagerung unter Luftabschluss.
Die Ergebnisse und Erfahrungen auch aus der Futteruntersuchung
im LKV Brandenburg e.V. belegen, dass jährlich 20 bis 30% der
Silageproben eine nicht befriedigende Gärqualität aufweisen.
Um den Grad und die Gründe der auftretenden Schädigungen zu
erkennen, ist die Untersuchung auf unerwünschte Gärsäuren bzw.
unerwünscht hohe Gärproduktanteile notwendig. Das betrifft die
Untersuchung auf Buttersäure, Essigsäure und auch Alkohole.
Die Bestimmung von TS, pH-Wert und NH3-Gehalt waren bisher
alleiniger Maßstab für die Einschätzung der Gärqualität. Sie
bleiben weiterhin Untersuchungskriterien. Hinzu kommen die
Butter- und Essigsäure-Fraktionen, um die Gärqualität besser zu
charakterisieren und den Futtereinsatz gezielter zu steuern.
Die Gärsäurenanalytik deckt die nicht direkt wahrnehmbaren
Schädigungen auf und ermöglicht eine Beurteilung möglicher
Auswirkungen. Verdorbene Partien mit Schimmelbefall und/oder
unangenehmem Geruch sind ohnehin von der Fütterung
auszuschließen! |
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Bemerkungen und Hinweise zu den
Untersuchungsfraktionen |
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Buttersäure
sowie Capron- und Valeriansäure entstehen als
unerwünschte Gärsäuren, wenn die Clostridien (bodenbürtige
Bakterien) den Gärverlauf beeinflussen oder während der Lagerung
aktiv werden können.
Buttersäure beeinträchtigt die Silageaufnahme nachhaltig.
Folgeschäden wie Acidose, Ketose, Klauenerkrankungen,
Fruchtbarkeitsstörungen bewirken wirtschaftliche Verluste.
Bei ständig erhöhter Zufuhr treten auch Durchfall, Unruhen und
Muskelzittern auf, wobei jüngere Tiere besonders betroffen sind.
Buttersäurehaltige Silagen gefährden die Käsereitauglichkeit der
Milch durch erhöhte Clostridiensproengehalte in der Milch.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung der Buttersäuregärung
und des unerwünschten Eiweißabbaus sind das Vermeiden von
Futterverschmutzung und die schnelle Absenkung des pH-Wertes
durch Einhaltung der gebotenen siliertechnischen Regeln. So
lässt sich die gewünschte Milchsäuregärung fördern. |
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Essigsäure ist ein wichtiges Produkt für den Energiestoffwechsel
der Tiere und Ausgangsprodukt für die Milchfettsynthese.
Sie hat in Silagen vorkommend jedoch durch ihren stechenden
Geruch einen negativen Einfluss auf die Futteraufnahme.
Steigt
der Essigsäuregehalt auf 3 bis 4% in der Silage-TS an, geht die
Futteraufnahme bereits um etwa 10% zurück.
Hingegen ist ein niedriger Gehalt um 2% in der TS als
"Beiprodukt" der Milchsäuregärung durchaus erwünscht, weil sie
die Hefentätigkeit (Nacherwärmung) hemmt. Diesem Ziel dient auch
der Zusatz heterofermentativer Milchsäurebakterien
beispielsweise bei der Maissilierung.
Infolge Fehlgärung tritt Essigsäure insbesondere in Nasssilagen
auf. Anwelken auf den Mindest-TS-Gehalt wirkt hemmend. Auch die
Tätigkeit von Coli-Aerogenen-Keimen führt zu erhöhten
Essigsäuregehalten in Silagen. |
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Alkohole entstehen auch als "Beiprodukt" der gewünschten
Milchsäuregärung, müssen also in Grenzen toleriert werden. Bei
erhöhten Gehalten wird ebenfalls von einer sinkenden
Futteraufnahme ausgegangen. Die alkoholische Gärung findet unter
Luftabschluss, initiiert durch Kahmhauthefen statt, wenn noch
ein relativ hoher Restzuckergehalt vorhanden ist.
Betroffen sind auch Silos mit sehr guter Siliertechnik und
qualitativ hochwertigem Ausgangsmaterial.
Es kommt also darauf an, einen unnötigen Zuckervorrat für die
alkoholische Gärung zu vermeiden. Außerdem veratmen Hefen in
Gegenwart von Sauerstoff, Zucker und Milchsäure zu CO2,
H2O und Wärme! |
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Als Resüme hat die alte Forderung zur Silierung
auch aus der Sicht der Fütterung ihre Berechtigung:
- viel
Milchsäure,
- wenig Essigsäure und
- keine Buttersäure!
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